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Der Text auf dieser Seite ist vollständig zitiert aus Aurnhammer, Achim u. a. (Hrsg.): Stefan George und sein Kreis. Ein Handbuch. 2. Auflage. Band 3. Berlin: De Gruyter 2016, S. 1710.
Thormaehlen, Ludwig Christian Claus Carl
Person und Werk
- geboren am 24.05.1889 in Hanau
- gestorben am 03.05.1956 in Bad Ems, begraben auf dem Friedhof Bad Nassau (auf Thormahlens Wunsch ohne Grabbezeichnung oder Stein).
- Religionszugehörigkeit: evangelisch
- Vater: Emil (24.05.1859 -01.04.1941), Professor, Architekt und Gewerbeschuldirektor.
- Mutter: Dorothea, Elisabetha (Else), geb. Altenkirch (29.09.1867 – 06.02.1953).
- Geschwister: Klaus Ferdinand (23.04.1892 – 04.07.1981), Ingenieur, Dora (gest. 1921)
- Ehefrau: Ingeborg Mewes (geb. 05.07.1915), Bildhauerin, Mutter eines Sohnes (geb. 1944),
- Eheschließung: 19.03.1954 in Bad Kreuznach, Scheidung: Juni 1954.
- Kinder: Keine
In Bad Kreuznach besuchte Thormaehlen die Volksschule, in Magdeburg das Dom-Gymnasium, wo er 1908 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Berlin, München, Magdeburg, Freiburg, Bonn und Straßburg, suchte aber die wissenschaftliche Betrachtung mit der schöpferischen Ausübung der Kunst zu vereinbaren. Schließlich wurde er bei Wilhelm Vöge in Freiburg mit einer Dissertation über den Trierer Dom promoviert. Nach der Promotion (Sommersemester 1913) wechselte Thormaehlen nach Berlin, um sich als Bildhauer und wissenschaftlicher Mitarbeiter Ludwig Justis am dortigen Nationalmuseum zu betätigen. Im Frühjahr 1915 hatte sich Thormaehlen als Einjähriger zum Kriegsdienst beim Hirschberger Jägerbatallion gemeldet. Im Sommer 1915 kämpfte er an der italienischen Front, im Oktober in Serbien. Im November 1915 kam er ins Lazarett, wurde im April 1916 als Kriegsbeschädigter entlassen und kehrte an Pfingsten 1916 nach Berlin zurück. Bis 1933 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Ludwig Justi an der Berliner Nationalgalerie an der Neuorganisation der Berliner Museen beteiligt und veranstaltete Ausstellungen. Neben Kunstgutachten verfasste er eine Monographie über den modernen Künstler Erich Heckel und stellte in Vorworten zur Ausstellungskatalogen weitere Künstler wie Lyonel Feininger und Otto Mueller vor. Doch mehr als sein Museumsberuf erfüllte Thormaehlen die bildende Kunst und sein Dienst für Stefan George. Seine Berliner Ateliers waren wichtige Versammlungsorte des George-Kreises, hier lernte auch der Schweizer Künstler Alexander Zschokke das Kunsthandwerk. Zum Beruf des Bildhauers fand Thormaehlen bezeichnenderweise über eine Holzskulptur von Stefan George aus dem Jahre 1913; ihr folgten Portraits mehrerer Kreismitglieder. Die homoerotischen Beziehungen im Kreis beurteilte Thormaehlen reserviert und unterhielt selbst eine diskrete Beziehung zu einer Haushälterin, bevor er den Gymnasiasten Wilhelm (Willi) Dette kennenlernte, der ihm Modell stand und enger Freund wurde. Eine späte Ehe mit der Künstlerin Ingeborg Mewes wurde nach wenigen Monaten geschieden. Nachdem sich Thormaehlen im Jahre 1929/30 vergeblich bemüht hatte, Direktor der Kasseler Kunstakademie zu werden, organisierte er im Jahre 1932 eine kontrovers diskutierte Ausstellung nachimpressionistischer Deutsche Kunst in Olso und Kopenhagen, die auf Einladung Konrad Adenauers ebenfalls in Köln gezeigt wurde. Thormaehlen war begeisterter Nationalsozialist und stand auch der antisemitischen Ideologie nicht fern, bevor er seine Haltung zum Regime relativierte.
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Verbindung zu Stefan George und seinem Kreis
Thormaehlen zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zweiten Generation im George-Kreis, seine diversen Berliner Ateliers waren von 1913 bis 1933 Treffpunkte der Mitglieder.
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